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Regenmandl
oder die Magie des Feuersalamanders

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Regenmandln suchen Eingänge in die untere Welt
Feuersalamander
bekommt man relativ selten zu Gesicht. Nur wenn es regnet oder in der Dämmerung verlässt er sein dunkles kühles
Versteck und begibt sich auf Nahrungs- oder Partnersuche. Als
Amphibium ist er Bewohner beider Welten, jener des
Wasserelementes und jener des Landes. Seine Urahnen waren die
ersten höheren Tiere, die vor grauer Vorzeit, nämlich etwa vor
360 Millionen Jahren im Erdaltertum das nasse Element
verließen und eine ganz neue, den Wirbeltieren bisher
unerschlossene Welt eroberten - buchstäblich Neu-Land betraten.
Die Amphibien stehen in der Evolutionskette zwischen den Fischen
und den erst Millionen Jahre später auftretenden Reptilien. Zur
Verwandtschaft der Salamander zählen die Molche, die Frösche,
Kröten, Unken und Olme. Die Eidechsen, die den Salamandern auf
den ersten Blick ähneln, gehören jedoch zu den
Reptilien.
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Immer
noch stehen die Amphibien mit dem Wasser - dem Urelement des
Lebens in starker Verbindung. Ihre Eier oder Jungtiere können sich nur im Wasser entwickeln. Der Laich besitzt keine
Schale, ist gallertig-schleimig, würde an Land sofort
austrocknen. Die Jungen gehen erst später von Kiemen- auf
Lungenatmung über, was für ein Leben im trockenen Element
unerlässlich ist. Auch die Haut der erwachsenen Tiere ist
drüsenreich, schleimig, feucht und darf nicht austrocknen.
Daher wagen sie sich auch nur bei feuchter Witterung hervor. Aus
diesem Grund wird der Feuersalamander im Alpenraum auch
Regenmandl genannt.
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Wasser
ist das Symbol für das Tiefe, das Verborgene, für das
Unterbewussten der Gefühlsebene. Es ist das weiblichste aller
Elemente, weich und geheimnisvoll. Nicht umsonst ist auch
die Kröte als ein Vertreter der Amphibien eine Manifestation der
"Großen Mutter" und Attribut der weisen Frauen. Sie
ist auch in der alpenschamanischen Tradition ein Symbol für das
Organ der Gebärmutter, weshalb Frauen aus
Wachs geformte Kröten als Votivgaben darbrachten.
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Bild:
Oshunseminar 2009
Eine
wahre "Feuersalamander-Invasion" begegnete unserer
Seminargruppe voriges Jahr im Frühling in einem wasserreichen
Tal des südlichen Wienerwaldes beim Workshop Oshun. Wie
passend, denn Oshun ist die Göttin des Meeres und des
Wasserelementes in uns. So schwangen wir wohl in der richtigen
Energie, als sich uns die Regenmandln in einer Massenansammlung zeigten. So viele Tiere hatten wir noch nie auf
einem Fleck gesehen. Die kleinen feuchten Gesellen sind
faszinierend in ihrer geheimnisvollen Urtümlichkeit.
Schwarz-glänzend und knallig gelb signalisieren sie ihre
Ungenießbarkeit, ja scheinbare Gefährlichkeit und tatsächlich
scheiden die Tierchen ein den Pfeilgiftfröschen ähnliches
Drüsensekret ab, das giftig ist. Es handelt sich um das
Alkaloid Salamandarin. Das weißliche Gift kann mit der Ohrdrüse
meterweit versprüht werden. Auf der menschlichen Haut verursacht es nur
leichteres Brennen, bei unerfahrenen Haustieren, die das Tierchen
verschlucken wollten wurden aber ernsthafte Vergiftungserscheinungen
beobachtet, wie Krämpfe und Lähmungen.
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Der
Salamander, insbesondere der gelb-schwarz gezeichnete Feuersalamander ist nun in seiner Symbolik auf interessante
Weise zwiespältig und daher besonders spannend. Obwohl das Tier
eine so tiefe Urverbindung zum Wasser aufweist, die es von
seinen Ahnen übernommen hat, wird es in
mystisch-alchemistischen Überlieferungen immer wieder mit dem
Feuerelement in Verbindung gebracht. Feuer und Wasser sind
grundsätzlich zwei sehr gegensätzliche Elemente, vereint wirken sie
jedoch besonders kraftvoll.
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Als "Salamander"
werden die Feuergeister bezeichnet, die als Elementare das Feuer
beleben und sich in den züngelnden Flammen manifestieren. So sind Tiere, die "das Feuer im
Wasser" symbolisieren, wie der Salamander oder auch der
Wasserdrache und das Krokodil von je her Krafttiere der
Alchemisten. Sie überwachen alchemistische Prozesse, wie die Destillation, damit "Feuer-Wasser" entsteht. Diese
besondere Energie, des Feuers im tiefen weiblich-wässrigen,
Emotionalen und Intuitiven ist die Kraft, die Wandlung und
Manifestation ermöglicht. Es ist jene magische Tiefe, die die
Astrologie in der Kraft des Pluto im Skorpion beschreibt und der
Pflanzenalchemist in bestimmten Zauberkräutern wie
beispielsweise im Beifuss findet. Als
Feuerelementargeister sind die feurigen Salamander zuständig für den
Wärmeäther, der die Lebewesen durchglüht und die Lebenskräfte
nährt.
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In
der Färbung des Salamanders spiegeln sich ebenfalls
Gegensätzlichkeiten wider. Während die Farbe Schwarz für die
Unterwelt und den Westen im Medizinrad steht, ist Gelb die Farbe des
Ostens, also des Lichtes, des Geistes und des Bewusstseins, der
Inspiration und des Neubeginns. Unterwelt bedeutet in unserem Fall die
Welt des Verborgenen. Der
Feuersalamander steht also für die Einweihung der Seele in die
Geheimnisse des Unterbewusstseins. In keltisch-germanischen Traditionen
galt der Feuersalamander als Begleiter in die Unterwelt. Vielleicht
liegt es auch daran, dass der Salamander bei Begegnungen sofort versucht
dunkle Löcher als Versteck aufzusuchen. Solche Öffnungen verstanden
unsere Vorfahren als Eingänge in die untere Welt.
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Bild:
Erde und Wasser spüren
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Nach
einer anderen Deutung tauche der Feuersalamander in die Tiefen der Erde
ab, bis er in den feurigen Erdmittelpunkt gelang, um diese Energie an
die Oberfläche zu holen. So holt er Feuerkraft, Inspiration und
kreative Kräfte ans Tageslicht hervor, hebt sozusagen die Schätze aus
der Tiefe.
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Im
Mittelalter galten die Salamander als gefährliche Wesen, verbanden sie
doch die Menschen mit ihrer eigenen Seelentiefe. Man glaubte, dass sie
so kalt wären, dass sie sogar im Feuer überleben könnten. Auch wegen
ihrer "extremen" Giftigkeit und um ihre angebliche
"Feuerfestigkeit" zu überprüfen wurden sie verfolgt und in
Massen verbrannt.
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Heute
ist der Feuersalamander selten geworden, da die Lebensräume der
Amphibien immer mehr zerstört werden.
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Als
Krafttier hilft uns der Feuersalamander die unbewussten Ebenen mit dem
Feuer des Bewusstseins zu verbinden.
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Assoziationen,
die zur Feuersalamanderkraft passen sind u.a.:
Rotes
mit der Spitze nach oben gerichtetes Dreieck
Feuertattwa
Blut,
Ahnen, alte Strömungen, Instinktive
Kräfte
Transformation,
reinigendes Feuer
Opale
insbesondere der Feueropal,
Granat, Hämatit
Kreativität,
Tatkraft
und Triebkraft
Kundalini
Feueratmung
Bewusstsein
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Literatur
/ Quellen
Spiesberger:
Naturgeister - wie Seher sie schauen, wie Magier sie rufen
Ruland:
Krafttiere begleiten dein Leben
www.anthroposophie.net
www.feuersalamander.at
www.wikipedia.org
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