.

 

Medizinrad-Institut  Mag. Gabriele Christine Altmann Tel ++43 (0)2236 65337 E-Mail Sitemap 

 

.

Home  Ausbildungen  Termine  Seelenbegleitung  Galerie  Körperkerzen  Bücher  Infoarchiv  Kontakt  AGB  Blog


 

 

Europäischer Schamanismus 

 

auf der Suche nach den Wurzeln:

 

Die Wurzel des Wortes

.

Das Wort Schamanismus oder "Schamane" wird aus der Sprache der Ewenken hergeleitet. Die Ewenken sind eine kleine tungusisch sprechenden Menschengruppe von Jägern und Rentierhirten in Sibirien. Das Wort šaman könnte eine Ableitung von der tungusischen Wurzel ša- (denken, wissen; šaman - der Wissende - der im Dunkeln sieht) sein. Eine weitere Interpretation des Wortes greift auf die, die "mit Hitze und Feuer (Ekstase) arbeiten" zurück. Eine andere Theorie besagt, das Wort käme aus dem Sanskrit, leite sich etymologisch von "samana" (Bettelmönch, Asket) ab und sei über Indien oder Tibet nach Zentralasien und von dort nach Sibirien gekommen. Genug der "Wortglauberei", fest steht jedenfalls, dass dieser Begriff aufgegriffen wurde und für ähnliche Phänomene auf der ganzen Welt angewendet wird.

.

Schamanisches Bewusstsein

.

Tatsächlich sind die grundlegenden Methoden des Schamanismus auf der ganzen Welt ähnlich, wenn auch die Rituale abweichen können. Meiner Meinung nach ist Schamanismus ein uraltes Kulturgut, das wohl in prähistorische Zeit zurückgeht und Hand in Hand mit der Menschheitsentwicklung und Bewusstseinsentwicklung entstanden sein muss. Aus der Arbeit mit Gruppen und Einzelpersonen kann ich sagen, dass schamanische Erfahrungen in unserer Seele tief verankert sind, sie müssen nicht erlernt, sondern nur gehoben werden. Wenn man mit Kindern arbeitet, weiß man, dass es für ganz natürlich ist, sich in schamanischen Welten zu bewegen. Unsere Märchen sind voll von schamanischen Seinszuständen. Auch Erwachsene finden in der Regel leicht Zugang zu ihrer inneren Verbundenheit, wenn sie bereit sind, sich Raum und Zeit zu geben und die Alltagswelt mit ihren Regeln und Pflichten für eine Weile zu verlassen - den Montagepunkt zu verschieben. Trotzdem handelt es sich nicht um ein bloßes Weggleiten in Tagträumereien, sondern um einen sehr bewussten Zustand, in dem echte Veränderungen für den Alltag möglich sind. 

.

Die Aufgabe des Schamanen, der Schamanin

.

Schamanen und Schamaninnen in allen nativen Kulturen haben die Aufgabe, die Verbindung zur spirituellen Welt herzustellen und aufrecht zu halten. Mit Hilfe verschiedener Techniken, erreichen sie einen veränderten Bewusstseinszustand, der es ihnen ermöglicht mit anderen Wirklichkeiten in Kontakt zu treten, in ihnen zu wirken und auch Informationen für ihre Gemeinschaft einzuholen. Sie verhandeln mit dem "Herrn der Tiere", damit die Jagd einen guten Ausgang findet, sie sind für Gesundheitsfragen und Heilung zuständig, oft haben sie ein enormes Wissen über Heilpflanzen, sind "Experten" der menschlichen Psyche, können verschiedenste Zeichen in der Natur deuten (Mantik) und stellen die spirituelle Führung ihrer Gemeinschaft dar. In Stammeskulturen wird man Schamane, indem man von den Geistern dazu berufen wird. Dies ist oft verbunden mit einer sogenannten Berufungskrankheit, die keiner Heilmethode zugänglich ist und mit unerklärlichen Schmerzzuständen verbunden sein kann. Schamanen berichten, dass diese Schmerzen verschwunden waren, sobald sie den Ruf angenommen hatten. Schamane oder Schamanin zu sein, scheint in vielen Kulturen kein besonders beliebter Job zu sein! Der angehende Schamane sucht dann meist einen Lehrer oder eine Lehrerin, die ihn weiter ausbildet. Diese Ausbildung kann viele Jahre dauern. Manchmal zieht er sich auch ganz in die Einsamkeit zurück, wo er nur von der Natur selbst lernt, wie ich dies beispielsweise von einem Baum-Schamanen aus Südamerika erfahren durfte, der mehrere Jahre völlig isoliert im Regenwald lebte und von den Geistwesen der Bäumen lernte, bevor er wieder in sein Dorf als Schamane zurückkehrte. 

.

Das schamanische Weltbild

.

Das schamanische Weltbild zeichnet sich durch eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und mit allen Wesen der Erde aus. Schamanen sehen in den Tieren, den Pflanzen, den Steinen, in Sonne, Mond, Wind und Regen ein Wesen, mit dem man kommunizieren kann. Alles was Wesentlich ist, ist ein Wesen. Wie Wetterphänomene (Gewitterwolken) auf menschliche Emotionen und Intention reagieren, konnte ich heuer im Sommer bei einer Studienreise in der Wüste Mexikos erfahren. Wir sind nicht isoliert, alles was wir tun wirkt sich aus im Netz der Kraft. Entwicklungsschritte die gemacht werden, wirken sich förderlich im Gesamtsystem aus. Dieser Ansatz ist nicht nur spirituell, sondern meiner Meinung nach auch ökologisch von besonderer Bedeutung. Tiere, Pflanzen, Mineralien, ja die Erde selbst kann als Verbündete als Freund erlebt werden. Es geht hier um eine Verbundenheit, die sich auf der Herzensebene abspielt und nicht im Kopf allein. Was wir lieben, womit wir in Freundschaft verbunden sind, werden wir auch nicht gedankenlos zerstören. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse um ökologische Zusammenhänge sind wichtig, allein - sie können ohne emotionalen Bezug, die Herzen der Menschen nicht erreichen.

Deshalb ist es in der heutigen Zeit so wichtig mentale und emotionale Ansätze nicht als unvereinbare Gegensätze zu betrachten, sondern beiden ihren Stellenwert einzuräumen. 

.

Rituale

.

Rituale nehmen einen zentralen Bereich im Schamanismus ein. Rituale geben Bedeutung, schaffen einen besonderen, "heiligen" (heilenden) Raum, lenken Energien, setzen Zeichen am Lebensweg. Zeichen am Lebensweg sind beispielsweise Übergangsrituale, Intitiationsrituale und die keltisch-germanischen Jahreskreisfeste. Rituelle Handlungen und Feste haben sich in Europa bis zur heutigen Zeit gehalten, wenn auch oft ihr Bedeutungsinhalt nicht mehr wirklich bekannt ist. Viele dieser Rituale  wurden in Europa in christlichen Feste übernommen.

Taufe, Hochzeit, Totenfest, alpine Mittwinterbräuche, das Weihnachtsfest (Wintersonnwende), Bräuche in den Raunächten, Maitänze, Fruchtbarkeitskulte, Sonnwendbräuche, Kräuterweihe und verschiedene Abwehrzauber,  die im Alpenraum noch immer lebendig sind.

Bräuche und Rituale werden zwar noch ausgeführt, wenn man aber nachfragt warum das oder jenes so gemacht wird, bekommt man nur zur Antwort: "das macht man halt so... oder ... das haben wir immer schon gemacht." Wenige wissen um die ursprüngliche spirituelle Bedeutung. Unser schamanisches Erbe in Europa ist verschüttet unsere Wurzeln müssen wiederbelebt werden. 

.

Schamanismus in Europa

.

Wenn man davon ausgeht, dass das schamanische Naturverständnis eine Art von spiritueller Urverbindung zwischen Mensch, Natur und Kosmos ist, so kann man annehmen, dass natürlich auch die Ureinwohner Europas ein schamanisch geprägtes Weltbild hatten. Zahlreiche Höhlenmalereien und Petroglyphen geben Zeugnis von naturmagischen Praktiken unserer Vorfahren. Als die Kelten sehr viel später nach Europa kamen, fanden Sie Kultstätten einer alten Megalithkultur (Steinkreise, Steinreihen, Hügelgräber, Dolmen) vor und setzten das magische Naturverständnis der neolithischen Kulturen fort. Die riesigen Granitaltäre wurden später zu keltischen Weihplätzen. Die geistige Führung lag bei den Kelten in den Händen der Druiden. Diese galten als besonders heilkundig. Druiden und Priesterinnen wussten um die alten Heilrituale und halfen den Menschen, das Gleichgewicht zwischen Mensch, Erde und Kosmos zu halten. Die Kelten besaßen auch ein hohes Wissen der Heilkräuterkunde. In den Kräutern und Bäumen sahen sie geistige Wesen. Dieses Wissen um die geistige Kraft der Heilkräuter existierte noch bis ins Mittelalter - im Wissen der weisen Frauen, der Zauberfrauen. Zugrunde lag ein völlig anderes Naturverständnis als jenes, das ab der Zeit der Aufklärung allgemein üblich wurde. Die Heilpflanze, die Gundelrebe, das Veilchen, das Leberblümchen, der Beifuss ist ein Wesen - viel mehr als die Summe ihrer chemischen und arzneikundlich wirksamen Inhaltsstoffe. Um das Wesen der Natur zu ergründen, ist es notwendig hinauszugehen beziehungsweise hinein - in jenen Raum, in dem Erfahrung möglich ist. Auch Paracelsus, jener geniale Naturgelehrte, Mystiker und Philosoph, dessen Wurzeln in die Antike bis hin nach Ägypten zu Hermes Trismegistos reichen, schreibt am Beginn der Neuzeit: "Alle Erkenntnis der Welt, die wir Menschen auf Erden besitzen, stammt nur aus dem Lichte der Natur. Dieses Licht der Natur reicht vom Sichtbaren zum Unsichtbaren und ist hier so wunderbar wie dort. Im Lichte der Natur ist das Unsichtbare sichtbar." Der Verstand allein ist nicht imstande jenes wunderbare Unsichtbare zu ergründen. Ein offenes Herz und ein offener Geist sind dafür nötig. Schamanismus ist für mich ein Weg des Herzens.

.

.

 

 

 

.

 

 

 © Webdesign Mag. Gabriele Christine Altmann E-Mail Impressum Sitemap